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büro für textarchitektur, münchen_ gestartet 2001_ texte für nachhaltige zukünfte

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büro.brief #02

stichworte zu dieser ausgabe_ transparenz +++ pressekodex +++ medienkompetenz +++ wirtschaftsethos +++ umweltschutz.

Text_ Marc Fritzler
Form_

Update_ Mit der Ausgabe 03_2012 haben wir das elektro.buch in büro.buch, die elektro.briefe in büro.briefe umbenannt. Die internen Links auf dieser Seite sind entsprechend aktualisiert.

Büro.Arbeiten
gute nummer

In gedruckter Periodika ist sie Standard, in elektronischer noch selten: die International Standard Serial Number, kurz: ISSN. Sie dient der eindeutigen Identifikation von fortlaufend erscheinenden Publikationen. Mit dieser Ausgabe hat textkonstrukte | elektro.buch eine ISSN, siehe den Seitenkopf. Nationale ISSN-Zentren vergeben die Nummern, das hiesige sitzt in der Deutschen Nationalbibliothek (DNB).

kein problem

Mehr Transparenz im Medienbetrieb schafft die neue „Verordnung über Informationspflichten für Dienstleistungserbringer“ (DL-InfoV); sie ist am 17. Mai 2010 in Kraft getreten und gilt für die meisten Dienstleister, darunter PR-Agenturen ebenso wie freiberufliche Medienschaffende (Journalisten, Grafiker, Fotografen etc.). Die DL-InfoV belässt es nicht dabei, bereits geltende Mindestanforderungen zu wiederholen, die vor dem Vertragsschluss oder der Leistungserbringung zu erfüllen sind (z. B. Angabe von Kontaktdaten und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer).

Auftragnehmer müssen jetzt auf Anfrage ihrer Kunden auch angeben, ob sie sich Verhaltenskodizes unterworfen haben. Brisanter hingegen: Künftig hat ein Dienstleister auf Anfrage Angaben zu machen über seine „ausgeübten multidisziplinären Tätigkeiten und den mit anderen Personen bestehenden beruflichen Gemeinschaften, die in direkter Verbindung zu der Dienstleistung stehen und (...) zu den Maßnahmen, die er ergriffen hat, um Interessenkonflikte zu vermeiden.“ In Nöte könnte die DL-InfoV damit Strippenzieher bringen, die von Transparenz in eigener Sache nichts wissen wollen.

Mit dieser Verordnung hat textkonstrukte kein Problem: Das Gros der Anforderungen war bereits erfüllt, siehe die Seite die ethik und das Impressum; zudem haben wir die Seite die werke ergänzt.

weiter warten

Entgegen einer Ankündigung des Deutschen Presserats können sich unabhängige Online-Redaktionen noch nicht freiwillig der publizistischen Selbstkontrolle anschließen. Anfang Dezember 2008 hatte der Rat mitgeteilt, ab Januar 2009 könnten auch Online-Redaktionen ohne angebundenes Printprodukt, ohne Mitgliedschaft in einem der vier Trägerverbände des Rats an dem Selbstkontrollsystem teilnehmen.

Im Mai 2010 hatte textkonstrukte die dafür erforderliche Erklärung an die Geschäftsstelle des Presserats gesandt (siehe PDF), um sich mit seinen journalistisch-redaktionellen Eigenproduktionen zum Pressekodex und zu den Grundsätzen für den Redaktionsdatenschutz zu bekennen sowie der Selbstkontrolle anzuschließen. Darauf müssen wir weiter warten: Personell und zeitlich bedingt sieht sich der Presserat bislang nicht in der Lage, seine 2008 gemachte Ankündigung umzusetzen. Wir bleiben gespannt, ob daraus noch etwas wird.

europäische charta unterzeichnet

Im Gegensatz zum Pressekodex ist die Unterzeichnung eines anderen Dokuments problemlos gewesen: Ende Mai 2010 hat textkonstrukte die „Europäische Charta für Medienkompetenz“ gezeichnet. Das Dokument, 2006 auf Initiative des UK Film Council und British Film Institute (BFI) entstanden, von der Europäischen Kommission unterstützt, definiert Medienkompetenz, fordert Eigeninitiativen und ist Anknüpfungspunkt für ein Netz von medienpädagogisch Interessierten in Europa.

freiwillig abgestellt

Viele Website-Inhaber dürften es noch nicht wissen: Internet Protocol-Adressen sind personenbezogene Daten, die Speicherung der IP-Daten bedarf folglich der Einwilligung der Besucher. Dies betonten die für den privaten Bereich zuständigen Aufsichtsbehörden für den Datenschutz, vereint im Düsseldorfer Kreis, bei ihrem Treffen Ende November 2009: „Die Analyse des Nutzungsverhaltens unter Verwendung vollständiger IP-Adressen (...) ist aufgrund der Personenbeziehbarkeit dieser Daten (...) nur mit bewusster, eindeutiger Einwilligung zulässig.“ Liege diese nicht vor, sei die IP-Adresse vor einer Auswertung so zu kürzen, dass eine Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen ist.

Diese Rechtsinterpretation ist nicht einmal allen Behörden bekannt, wie ein Test von textkonstrukte zeigt: Das für uns zuständige Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht speichert laut eigener Erklärung komplette, nicht pseudonymisierte IP — ohne die Einwilligung seiner elektronischen Amtsbesucher abzufragen (Abrufe am 18. und 30. Juni). Just diese Behörde könnte gegen private Website-Betreiber in Bayern vorgehen, wenn sie IP-Adressen speichern. Auf Nachfrage erhielten wir die Antwort, das Landesamt hätte das Problem inzwischen erkannt und bemühe sich um eine Lösung.

textkonstrukte hat in seinen Web-Logfiles die IP-Speicherung auf „0“ gesetzt — wir speichern keine Rechneradressen.

unfreiwillig abgeklemmt

„Domain existiert nicht“ lasen unsere Besucher am Nachmittag des 12. Mai 2010: Das textkonstrukte | elektro.buch war nicht zu öffnen. Der Notfalldienst unserer Elektro-Druckerei und das Forum von Webhostlist informierten schnell und kundig: Bei der Denic in Frankfurt, sie betreibt das zentrale Registrierunsgsystem für die Top Level Domain (TLD) .de, gab es etwas ernsthaftere Probleme mit einigen Servern — Tausende von .de-Websites waren für zirka drei Stunden nicht erreichbar.

Büro.Ethik
manifestierte grundwerte

Grundlegende Prinzipien und Werte einer globalen Wirtschaft will das Manifest „Globales Wirtschaftsethos“ definieren, das die von Hans Küng gegründete Stiftung Weltethos im Oktober 2009 in New York vorstellte. Mitherausgeber ist auch das Sekretariat des Global Compact (GC) der Vereinten Nationen, das Dokument lässt sich als Konkretisierung der zehn GC-Grundsätze lesen. textkonstrukte hat die Erklärung im Juli 2010 unterzeichnet. Im redaktionellen Teil der Website des Goethe Instituts ist ein Interview mit Hans Küng zum Manifest abrufbar.

erstes redaktionsbüro im umweltpakt bayern

textkonstrukte ist als erstes Redaktionsbüro dem Umweltpakt Bayern beigetreten. Mit dem Pakt will das bayerische Umweltministerium für den freiwilligen betrieblichen Umweltschutz motivieren, das seit 1995. Annähernd 5.600 kleine wie große Unternehmen aus dem Freistaat nehmen inzwischen teil, darunter überraschend wenige Medienbetriebe. Mit dem Anfang Juni 2010 erfolgten Beitritt will textkonstrukte auch ein Zeichen setzen, dass kleine Redaktionsbüros, Grafik- und Fotoateliers im betrieblichen Umweltschutz die Flagge hissen können, zumal dies die Kosten senken, die Organisationsentwicklung schärfen kann.

Die Teilnahme am Umweltpakt ist mit Selbstverpflichtungen verbunden: In unserem Fall sind es der dauerhaft niedrige Verbrauch von Strom und Büropapier, ferner eine Analyse der Dienstleister, Hersteller und Lieferanten für eine interne Richtlinie zum Beschaffungswesen. Derzeit laufen im Umweltministerium die Arbeiten für die Fortführung des Pakts über die laufende Phase (2005–2010) hinaus.

... und im klimabündnis münchen

Gleicher Textanfang: textkonstrukte ist als erstes Redaktionsbüro ... Anfang Juli 2010 dem von unserer Domizilstadt geschmiedeten Bündnis München für Klimaschutz beigetreten. Seit 2007 spannt dieses Forum Brücken zwischen Unternehmen und Initiativen, um den Klimaschutz vor Ort voranzubringen. Auffällig auch hier: Obwohl München eine Stadt der Medien ist, sind aus dieser Branche bislang lediglich textkonstrukte und der oekom Verlag unter den knapp 100 Teilnehmern. Zu tun gäbe es viel, liegt München doch bei der Kohlendioxid-Reduzierung weit unter dem im Bundesdurschnitt bislang erreichten Stand.

bekennerschreiben veröffentlicht

Ein Bekennerschreiben hat im Juni 2010 die Initiative Pro Recylingpapier (IPR) veröffentlicht: Darin erklärt textkonstrukte, seit Gründung im Jahr 2001 ausschließlich Büropapiere aus Altpapier zu verwenden. In der IPR-Kampagne „Bekenner“ werben kleine wie große Betriebe für den Einsatz von Recyclingpapier. Den Papierverbrauch hat unser Büro in den vergangenen Jahren zudem drastisch gesenkt: Wir drucken nicht nur weniger und effizienter, sondern vornehmlich elektronisch (Ausgabe als PDF). Um die erreichte Umweltentlastung zu ermitteln und die kleine betriebliche Öko-Bilanz jährlich fortzuschreiben, nutzt textkonstrukte den von der IPR eingerichteten „Nachhaltigkeitsrechner“.

flügelloser engel

Nicht alles ist Grün, was sich als solches ausgibt — nichts Neues. Für uns neu: Selbst auf das Umweltzeichen „Blauer Engel“ lässt sich nicht zwingend verlassen, zumindest nicht bei Bürodruckern (RAL-UZ 122). Unser Unfall: Das teure Multifunktionsgerät Marke Canon stellte seine Dienste nach nur vier Jahren ein. Entscheidendes Kaufkriterium für ein neues war die Engel-Auszeichnung, doch: Der kleine Brother saugt 24 Stunden Strom (vom manuellen Abklemmen rät der Hersteller ab), der beidseitige Ausdruck ist nur händisch möglich (was kein Kunsttstück ist) und zum Dank röhrt er kräftig (auf Nachfrage bei der RAL gGmbH, sie ist für die Zeichenvergabe verantwortlich, erfuhren wir, der von uns gewählte Bruder sei nicht zu empfehlen für den Büroarbeitsplatz — ein Drucker für die Abstellkammer). Selbst mit dieser schwachen Leistung erhalten Produzenten den verkaufsfördernden Engel.

Deshalb unser Tipp: Vor dem Kauf das Datenblatt des Herstellers mit den technischen Spezifikationen sehr genau lesen, sich nicht blind auf das Umweltzeichen verlassen. Die geltenden Vergabebedingungen für das Bürodrucker-Umweltzeichen laufen Ende 2011 aus; Engel 122 kann sich seine Flügel noch verdienen.

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Seiten.Kontexte
Meta.Daten
  • Titel_ büro.brief #02
  • Autor_ Marc Fritzler
  • Version_ 2010-08-06
  • U. R. I. _ textkonstrukte.de/buerobuch/seite_06_02.html
Seiten.Funktionen