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textkonstrukte | marc fritzlerTitelseite

büro für textarchitektur, münchen_ gestartet 2001_ texte für nachhaltige zukünfte

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büro.brief #06

stichworte zu dieser ausgabe_ corporate design +++ büroprogramm +++ twitter +++ urheber +++ nachhaltigkeit +++ presserabatte +++ öko-wettbewerb +++ umweltbilanz +++ klimaschutz +++ transparenz.

Text_ Marc Fritzler
Form_

Büro.Profil
corporate design _ relaunch abgeschlossen

Mit dem Relaunch seines Büro.Buches (vormals: elektro.buch) im Januar 2012 hat textkonstrukte die Umstellung auf das neue Corporate Design abgeschlossen. Web- und Print-Design des Büros sind jetzt einheitlich bei Schriften, Farben und Typo-Elementen. Die neue Hausschrift heißt „Ubuntu“, entstanden im Londoner Studio von Dalton Maag. Als neue Markenschrift ist die „Ubuntu Mono“ gesetzt, die mit ihrem Schreibmaschinenstil an die Ursprünge der mechanisch-elektrischen Textverarbeitung erinnert.

bürodokumente _ alles aktualisiert

Sämtliche Büro-Dokumente — das Leitbild, die Leitsätze für die Funktionen sowie den Kodex für das büro.buch — aktualisiert textkonstrukte jährlich, jüngst und erstmals Anfang Februar 2012. Inhaltliche Änderungen waren nicht erforderlich, an einigen Stellen haben wir die Dokumente jedoch stilistisch präzisiert.

Welchen Sinn haben formulierte Leitbilder, Leitsätze für ein Ein-Personen-Büro? Die Arbeit an solchen Dokumenten dient uns dazu, unsere Arbeitsprozesse zu konzentrieren, sie so effizient wie möglich zu gestalten, und das eigene Profil zu schärfen; die Bedeutung ist nicht zu unterschätzen, da Freiberufler bedeutend mehr als ihr originäres Handwerk beherrschen müssen.

büroprogramm _ erstmals formuliert

Was bei anderen (großen) Unternehmen Nachhaltigkeitsprogramm heißt, nennen wir „Büro-Zukunftsprogramm“: textkonstrukte hat jüngst eine Agenda bis 2015 erstellt — es sind rund 100 Punkte mit den wichtigsten Aufgaben für das Büro, für Technik, Recht und Finanzen, Einkauf, Engagement und Umweltmanagement. Vergleichbares haben wir bislang von keinem anderen Büro gesehen. Nukleus war das Umweltprogramm, das textkonstrukte im Frühjahr 2011 veröffentlichte. Über den jeweiligen Stand der Umsetzung berichten wir in diesem büro.buch.

Unseren Auftraggebern und der Öffentlichkeit soll das Programm auch zeigen, dass freiberufliches Arbeiten heute vielfältige Managementkenntnisse erfordert; in der Medienbranche und Politik wird dies unseres Erachtens unterschätzt.


Büro.Arbeiten
twitter _ täglich informiert

Seit Januar 2012 twittert textkonstrukte werktäglich Meldungen aus seiner Büro- (intern) und Arbeitswelt (extern), kenntlich gemacht durch einen entsprechenden Hinweis. Schwerpunkt der externen Infos ist die Unternehmensverantwortung / CSR in den Branchen Medien, IT, Kultur. Den täglichen Auswurf beschränken wir auf zirka fünf Tweets zuzüglich sporadischer Re-Tweets (Infos von Dritten).

Für die Themen CSR und Europa bauen wir zwei Listen auf, die sich abonnieren lassen; bei den gelisteten Twitterern handelt es sich vorwiegend um Institutionen. Die Listenfunktionen von twitter sind eine gute Möglichkeit, zu einem Thema auf dem Laufenden zu bleiben.

urheber _ rechte ausgeweidet

Die Urheberrechte stehen zur Zeit hoch im Kurs, nur ist das nicht ganz im Sinne der Urheber: Das ausgehandelte „Handelsabkommen zur Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie“ (ACTA) und das von den Koalitionsfraktionen jüngst auf den Weg gebrachte neue Leistungsschutzrecht sind nicht im Interesse der Urheber, sondern deren Verwerter, besonders der Zeitungsverlage. textkonstrukte-Kopf Marc Fritzler hat sich zum Thema im freienblog und DLFDiskurs geäußert.

nachhaltigkeit _ g.r.i. berichtet

Lücken in der eigenen Berichterstattung hat die Global Reporting Initiative (GRI); textkonstrukte ist „Organizational Stakeholder“ dieser Initiative, die Standards für Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen erstellt. In ihrem „Sustainability Report 2010/2011“ berichtet die Organisation nach „Application Level A“, dem kompletten Satz von Leistungsindikatoren, ferner dem „Sector Supplement“ für Nichtregierungsorganisationen (NRO).

Auffällig ist, dass die GRI noch so manche Baustelle zu bearbeiten hat, zahlreiche Indikatoren (besonders unter Umwelt) werden inhaltlich mit dem Hinweis nicht beantwortet, die Organisation sei nur ein kleiner Bürobetrieb.

Gespannt ist unser Büro auf den neuen Branchen-Leitfaden (Sector Supplement) für Medienunternehmen, dessen finale Version für Frühjahr 2012 angekündigt ist. textkonstrukte hatte in der Kommentierungsphase 2011 darauf aufmerksam gemacht, dass die GRI eine für die Branche nicht ganz so unbedeutende Gruppe vergessen hatte: die freiberuflichen Autoren und Journalistinnen, Lektorinnen und Grafiker, Fotografen und Kamerafrauen — ohne sie gäbe es täglich viele weiße Seiten und mit alten Konserven bestückte Sendeplätze.

Mal sehen, ob sie in der Finalversion als Leistungsindikator auftauchen — und die Medienbetriebe in ihren CR-Berichten künftig darüber informieren müssen, wie sie mit ihren „Freien“ so umgehen.

betriebssystem _ erfolgreich umgestiegen

Besser als Microsoft Windows! Das ist unser Urteil zum Betriebssystem Ubuntu, nachdem wir es ein Jahr lang (2011) täglich im Produktiveinsatz getestet haben; Windows 7 ist nur noch in sehr wenigen Ausnahmefällen für uns erforderlich. Das Linux-System Ubuntu (genauer: GNU/Linux/Debian/Ubuntu) lässt sich weitgehend intuitiv bedienen, ist deutlich flotter und sicherer als Weichware von Microsoft.

Für unsere Betriebskasse besonders erfreulich: Der gesamte Zeitaufwand für die Systempflege ist im Vergleich zur MS-Variante drastisch gesunken — selbst den Einarbeitungsaufwand für Linux konnten wir netto mehr als kompensieren. Als unschlagbarer Vorteil haben sich die Aktualisierungsfunktion und das Software-Center erwiesen: Updates sowohl für das System als auch installierte Programme mit nur einem Klick sind den Windows-Nutzern unbekannt.

Leidenschaftliche Diskussionen führt die Ubuntu-Welt zum Thema Desktopwahl. textkonstrukte nutzt in der Regel „Gnome“ in der Classic-Variante (alles möglich unter Ubuntu); die Eigenentwicklung „Unity“ von Ubuntu bietet zwar interessante neue Ansätze, überzeugt uns aber im jetzige Stadium noch nicht restlos.

Als kleine Danksagung spendieren wir die einzige bunte Seite im büro.buch den Programmentwicklern von Linux & Co., siehe die Einlageseite Propaganda.

rechnungsangaben _ gut vorbereitet

Ab Februar 2014 ist bei Inlandsüberweisungen nur noch die „International Bank Account Number“ (IBAN) erforderlich. Das sieht die Verordnung zum Einheitlichen Europäischen Zahlungsverkehrsraum (SEPA) der EU vor, die Zahlungstransfers im Binnenmarkt vereinfachen soll. Im Dezember 2011 einigten sich Rat der EU und Europäisches Parlament; in den Verhandlungen konnte das EP bürokratische Hürden schleifen (z. B. bei Lastschriften).

Deftige Kritik an der IBAN-Einführung für den Inlandsverkehr gab es besonders aus Deutschland, von links wie rechts. Dabei ist die IBAN nichts anderes als die zusammengesetzte Kontonummer und Bankleitzahl, denen ein Länderkürzel (DE) und eine Prüfziffer vorangestellt sind (Muster: DE-00-[BLZ]-[Kontonummer]).

Auf Ausgangsrechnungen von textkonstrukte | marc fritzler ist die IBAN seit 2008 zu finden, ebenso der internationale Bank-Identifizierungscode (BIC). Spätestens ab 2016 ist der BIC für Zahlungen innerhalb des SEPA nicht mehr erforderlich.

rechnungsversand _ altmodisch eingetütet

Ein bürokratischer Wahnsinn ist endlich zu Ende: Das Steuervereinfachungsgesetz 2011 hat rückwirkend zum Juli 2011 die Anforderungen an elektronisch versandte Rechnungen reduziert — PDF-Rechnungen lassen sich jetzt einfacher versenden und buchen. Die „qualifizierte digitale Signatur“ ist nicht mehr erforderlich.

Mehrere Tage hat es textkonstrukte in den letzten Jahren gekostet, allein diese Signaturen anzufordern, sie zu prüfen, die Prüfungen zu dokumentieren. Gerne würden wir die Kosten der Politik in Rechnung stellen dürfen (zzgl. 7% USt.).

textkonstrukte | marc fritzler versendet seine Ausgangsrechnungen vorerst auch weiterhin altmodisch: ausgedruckt, eingetütet und beklebt — ein kleiner Beitrag zur Existenzsicherung der Briefträger(innen).

e-mail _ verschlüsselt kommunizieren

Für den Austausch streng vertraulicher Informationen etwa von Auftraggebern kann textkonstrukte jetzt den komplett verschlüsselten Empfang und Versand von E-Mails anbieten. Wir nutzen dazu das Programm GNU Privacy Guard (GNU PG) nach dem Standard OpenPGP. Für alle, die sich damit bereits auskennen:

  • Öffentlicher Schlüssel textkonstrukte: PGP-Schlüssel [TXT, 2 KB]
  • Schlüssel-ID: 827ED9E2 (Ablauf: 2016-12-17)
  • Fingerabdruck: 0085 1A47 09AB D6E9 B998 970B 7BD0 AA1D 827E D9E2

Einen sehr gut verständlichen Einstieg in das Arbeiten mit der PG-Verschlüsselung bieten die nicht mehr frischen, dennoch aktuellen deutschsprachigen Broschüren „GNUPP für Einsteiger / Durchblicker“ des GNU Privacy Projekts (zu finden auf der Projektwebsite in der Rubrik Software).

Unabhängig von dem etwas aufwändigeren Versand mit GNU PG empfängt und versendet das Büro textkonstrukte alle Mails via SSL/TLS (siehe auch unten).

web-links _ sicher springen

textkonstrukte verlinkt in seinem büro.buch (ebenso auf twitter) inzwischen wann immer möglich auf Website-Adressen, die sich via „HyperText Transfer Protocol Secure“ (https) aufrufen lassen — Leser sind so auf der sicheren Seite: Aktionen oder Kennwörter von Usern ausspähen, ist auf solchen Websites nicht möglich. Ob eine Site sich per https ansteuern lässt, hängt ab von der Konfiguration der Server der jeweiligen Anbieter.

Für Firefox-Nutzer gibt es die hilfreiche Programmerweiterung (Add-on) „HTTPS Everywhere“ von der Electronic Frontier Foundation (EFF): Das Programm ruft die Adressen automatisch über https auf, wenn dies möglich ist.

web-recherchen _ verschlüsselt suchen

Die neue Datenschutzpolitik von Google, sie ist am 1. März 2012 in Kraft getreten, ist mit dem Recht der Europäischen Union unvereinbar, so urteilten jüngst die Datenschutzbeauftragten der EU-Mitgliedstaaten („Artikel 29-Gruppe“). Ein Konto beim Netzriesen ist in vielen Fällen unumgänglich, etwa für die Nutzer von Android-Smartphones.

Doch für Web-Recherchen gibt es eine einfache Alternative: Die Maschine ixquick — „diskreteste Suchmaschine der Welt“ — zeichnet keine IP-Adressen auf, setzt keine Tracking-Cookies und seit kurzem verschlüsselt sie alle Suchanfragen via „Secure Sockets Layer“ (SSL), sichtbar an der mit „https“ beginnenden Adresse (HyperText Transfer Protocol Secure).

textkonstrukte arbeitet seit 2006 mit ixquick, gefunden haben wir bislang noch immer, wonach wir hier suchten. Wer auf die Google-Ergebnisse partout nicht verzichten will: ixquicks Schwester startpage durchsucht — ebenso verschlüsselt — die Ergebnisse von Google. Für Journalisten ein Grund mehr, umzusteigen.


Büro.Kopf
künstlersozialversicherung _ schnell informiert

Nett zu lesen: (Freiberufliche) „Künstler und Publizisten tragen durch ihre Arbeit viel zu einer offenen, toleranten und demokratischen Gesellschaft bei“, schreibt Ursula von der Leyen in der Broschüre „Künstlersozialversicherung“ (2011) ihres Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS); vermutlich dürfte es eher ihre (freiberufliche?) Ghostwriterin gewesen sein, die das so formuliert hat.

Der Ratgeber für Versicherte und Verwerter beantwortet auf 136 Seiten Fragen zur Künstlersozialversicherung (KSV), dokumentiert das aktuelle KSV-Gesetz (KSVG). Transparenzhinweis: Marc Fritzler ist nach dem KSVG versichert.


Büro.Ethik
mitgliedschaften _ kosten reduziert

Die Liste der Mitgliedschaften von Bürokopf Marc Fritzler fällt seit Anfang 2012 kürzer aus: Um die Kosten auf ein verantwortbares Maß zu reduzieren, ist er zum Ende des Jahres 2011 aus vier Vereinen ausgetreten (was die Unterstützung ihrer inhaltlichen Anliegen nicht schmälern soll). Zu den finanziellen kommen ohnhein die nicht kostenlosen zeitlichen Engagements hinzu, etwa im digitalen Netz.

Hinweisen möchten wir hier zumindest kurz auf die Arbeit von Journalisten helfen Journalisten und der Reporter ohne Grenzen: Über Arbeitsmangel können beide Vereine nicht klagen, angesichts der nicht rosigen Entwicklung der Pressefreiheit weltweit, gelegentlich sogar direkt vor Ort — das zeigt auch der jüngste Bericht zur Internet-Zensur der Reporter (siehe Button-Link). Spender gesucht!

europa-magazin _ diät geplant

Eine offene Wunde ist unsere im September 2011 gestartete Eigenpublikation europa publica* — Magazin für europäische Politik, Kultur und Identität. Seit der ersten Ausgabe konnten wir die Arbeiten leider nicht fortführen — im bisherigen Ansatz zeitlich eindeutig zu kostspielig. Die lethargische Haltung gegenüber der Entwicklung des Kontinents, besonders der Europäischen Union, auf die wir bei Gesprächen und Korrespondenzen selbst bei vielen Europafreunden gestoßen sind, macht das Projekt nicht einfacher. Im Frühjahr 2012 soll es einen zweiten Anlauf geben: mit einem im Umfang abgespeckten Redaktionskonzept.

pressejobs _ frauenquote unterstützt

textkonstrukte-Chefkopf Marc Fritzler (merke: maskulin) unterstützt die Initiative deutscher Journalistinnen für eine Frauenquote bei Führungsjobs in Redaktionen. Er hat den Aufruf „ProQuote“ unterzeichnet, der fordert, „dass mindestens 30 Prozent der Führungspositionen in den Redaktionen im Laufe der nächsten fünf Jahre mit Frauen besetzt werden — und zwar auf allen Hierarchiestufen.“

Warum so zaghaft? Warum nicht 50 Prozent plus kleines X fordern — nach all den Männerrunden in deutschen Redaktionssitzungen, Talkshows und Presseclubs? Laut Medienfraueninitiative sind lediglich zwei (!) Prozent aller Chefredakteure der rund 360 deutschen Tages- und Wochenzeitungen, von den 12 Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nur drei weiblich. Dazu passt, dass unter den über 2.400 Unterzeichner(inne)n des ProQuote-Aufrufs die Männerquote sehr bescheiden ist (Stand: 12. März 2012).

Ohne Quote scheint es nichts zu werden, dass mehr Frauen auf Chefsesseln Platz nehmen — und sich damit hoffentlich auch die Inhalte in den Blättern und auf den Sendeplätzen verbessern (wir möchtens uns wünschen dürfen).

Transparenzhinweis: textkonstrukte hat eine Männerquote von 100 Prozent — aber auch nur einen Kopf im Büro.

presserabatte _ einfach verzichtet

Vorbildlich: Die Deutsche Bahn AG hat dieser Tage angekündigt, ab Mitte April 2012 Journalisten keine Presserabatte für ihre Bahncards mehr zu gewähren; seit Jahren konnten Journalisten mit echtem Presseausweis die Karten für die Hälfte des Preises kaufen. Im Zuge der Berichterstattung über die Vorteilsannahmen durch Ex-Bundespräsident Christian Wulff ist die Schnäppchen-Mentalität vieler Medienarbeiter wieder ein Thema; laut Umfragen hat das Gros der deutschen Journalisten in den letzten Jahren vergünstigte Pressekonditionen angenommen — für Autokäufe, Bahnfahrten, Telefontarife oder andere Produkte und Dienste. textkonstrukte | marc fritzler verzichtet auf Presserabatte seit jeher.

Auf den Zug schnell aufgesprungen ist die deutsche Sektion von Transparency International (TI): Nach der Ankündigung der DB AG erklärte TI, Presserabatte gehörten abgeschafft. Warum nicht viel früher? Noch als Mitglied hatte Marc Fritzler dies bereits vor Jahren gegenüber TI angeregt — ohne Reaktion.

Ohnehin verwundert die Zurückhaltung des Transparenzvereins gegenüber den Korruptionsfällen in der Medienbranche. Zu diversen Vorfällen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern in Deutschland in jüngerer Zeit war von TI Deutschland nur Funkstille zu vernehmen. Bleibt die Frage, wann Presserabatte zu einem Thema in den Nachhaltigkeitsberichten von Unternehmen werden...

lieferanten _ memo ausgezeichnet

Einen E-Glückwunsch senden wir nach Greußenheim: textkonstruktes Haus- und Hoflieferant für Bürobedarf, die memo AG, erreichte beim jüngsten Ranking von Nachhaltigkeitsberichten in der Kategorie KMU den zweiten Platz. Unser Büro ist Kunde seit Gründung 2001. Den ersten Platz bei der vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und dem Verein future vorgenommenen Bewertung erzielte bei den mittelständischen Unternehmen die Neumarkter Lammsbräu — deren Hopfensäfte wir aber nicht ordern (zumindest nicht für den Büroalltag).

lieferanten _ steinbeis berichtet

Unser Büropapierhersteller, die Steinbeis Papier GmbH (STP), hat Anfang März als eines der ersten Unternehmen eine „Entsprechenserklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex“ (DNK) vorgelegt. Den Kodex hatte der Rat für Nachhaltige Entwicklung im Oktober 2011 beschlossen, um die Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen „mit einer höheren Verbindlichkeit transparent und vergleichbar“ zu machen.

textkonstrukte druckt seit jeher ausschließlich auf Recyclingpapieren, seit Jahren schieben wir die Blätter der Steinbeis-Sorten „TrendWhite/PureWhite“ (ISO 80-90) in den Papierschacht. Viel verdient STP nicht an uns: Der Verbrauch ist auf unter 2.500 Blatt jährlich gesunken; wir haben es uns angewöhnt, PDF zu drucken.

öko-wettbewerb _ falsch entzückt

„Für Ihre vorbildlichen Aktivitäten im Bereich Büro & Umwelt möchte Ihnen die Wettbewerbsjury eine besondere Anerkennung aussprechen“: Über diese Zeilen freuten wir uns im September 2011, wir hatten teilgenommen am Wettbewerb „Büro & Umwelt“ des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B. A. U. M.). Die Urkunde werde auf einer Bürofachmesse in Hamburg im November 2011 überreicht, man könne sich dafür anmelden, hieß es weiter.

Vielleicht hat uns die morgendliche Koffeindosis bei der Lektüre zu sehr entzückt: Wir verstanden Anerkennung als kleine Auszeichnung, meldeten dies stolz in der letzten Ausgabe des Büro.Briefes. Dumm nur: Diese „Anerkennung“ entpuppte sich als eine bessere Teilnahmebestätigung — garniert mit dem Hinweis auf die Möglichkeit der kostenpflichtigen Teilnahme an einer Fachmesse.

Sauberer dürfte keine Waschmittelwerbung einem den Kopf waschen. In einem Schreiben an den B. A. U. M.-Vorstand haben wir wissen lassen, was wir davon halten. Immerhin hat die stornierte Bahnfahrt zur Urkundenverleihung unsere CO2-Bilanz nicht strapaziert. Unsere Antworten beim Wettbewerb sind im PDF einsehbar.

umweltbilanz _ klimaschonend getextet

Textarbeiten sind Kärrnerarbeiten, bei denen der Kopf täglich raucht, selbst bei diesen Zeilen. Doch wieviel Kohlendioxid produzieren wir mit oder bei unserer Arbeit? Jetzt haben wir die Antwort: Im Jahr 2010 waren es insgesamt zirka 1.379 Kilogramm — einschließlich der wichtigsten Etappen in der Lieferkette; Daten für 2011 können wir liefern, wenn Strom- und Heizkostenabrechnung vorliegen.

Detaillierte Angaben enthält unsere CO2-Bilanz für die Jahre 2005 bis 2010, sie ist ein Auszug aus der Büro-Ökobilanz 2002-2010, die wir schrittweise publizieren. Es dürfte das erste Mal sein, dass ein Ein-Personen-Text-Büro seine Kohlendioxid-Emissionen für mehrere Jahre bilanziert hat (falls wir uns irren: bitte Info).

klimaschutz _ leicht verrückt

Größere Probleme hat die Münchner Stadtspitze mit einem Klimaschutzprojekt. textkonstrukte ist Mitglied des von der Stadt geführten München für Klimaschutz Clubs (MfK), einer lockeren Runde von engagierten Betrieben und Unternehmen. Die Mitglieder haben sich unter anderem verpflichtet, eine Bilanz der eigenen Kohlendioxid-Emissionen vorzulegen (siehe dazu die Meldung oben).

Jene Mitglieder, die die Mindestanforderungen erfüllt haben, konnten sich im Januar 2012 um eine höhere Mitgliedschaftsstufe bewerben (Kategorien Gold, Silber, Bronze, siehe PDF). Die Kriterien haben sich im Laufe nur eines Jahres mehrmals geändert, blieben in fachlicher Sicht bis zum Schluss mitunter etwas fragwürdig. Geplant war, diese Mitgliedschaftsstufen im März in Form von Urkunden zu vergeben, überreicht vom dritten Bürgermeister.

Auf einem Blatt sollten die Unternehmen angeben, welche der Stufenkriterien sie erfüllen — durch einfaches Ankreuzen (siehe zweites PDF). Wir waren verstutzt über diese Variante: Üblich ist in solchen Fällen, Leistungen genau anzugeben, Belege einzureichen. Doch Nachweise waren ausdrücklich „nicht notwendig“.

In einer E-Mail an die politisch Verantwortlichen, den dritten Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) und Umweltreferent Joachim Lorenz (Grüne), kritisierten wir Anfang Februar das 08/15-Verfahren und baten darum, die Selbsteinschätzungen und Klimabilanzen der Mitglieder sowie die Begründungen für die Urkunden publik zu machen. Nur so könne sich die Öffentlichkeit ein Bild davon machen, „ob Ihre Urkunden inhaltlich gerechtfertigt sind (und nicht andere Interessen im Mittelpunkt stehen).“ Dem Projekt mangele es ohnehin an Transparenz.

Monatzeder und Lorenz antworteten nicht, dafür erhielten wenige Tage später alle Mitglieder eine Rundmail, in der es hieß, die für März geplante Verleihung werde um einige Wochen verschoben (aha...). Nochmals einige Tage später erhielten wir Post aus dem Umweltreferat, der für das MfK-Projekt zuständige Mitarbeiter antwortete [sein Schreiben datiert vom 14. Februar, wurde aber erst neun (!) Tage später, am 23. Februar abgestempelt — flotte Stadtverwaltung!].

Dessen Schreiben enthielt zumindest eine handfest interessante Information: Wir erfuhren, „dass Herr Bürgermeister Monatzeder selbst die Entscheidungen treffen“ werde, wer eine Gold-, Silber-, Bronze-Urkunde erhalten werde. Hallo? Zuvor hieß es, die Leistungen der Mitglieder seien ausschlaggebend. Nun wissen wir, dass es die römische Daumenpolitik im Rathaus ist.

Freundlich formuliert sehen wir uns als MfK-Mitglied etwas veralbert, zumal es diverse weitere Mängel in diesem Öko-Projekt gibt (wir berichten noch später). Für diese wenig humorvolle Ausgabe der Münchner Geschichten mimen wir nicht den Statisten: Unsere Bewerbung um eine der Mitgliedschaftsstufen ziehen wir zurück — behalten uns aber vor, im feierlichen Rathaus die Frage zu stellen, wer für was ausgezeichnet wurde und wo die Leistungsbelege sind.

klimaschutz _ leicht manipulierbar

Probleme mit dem Projektmanagement in technischen Belangen hat eine weitere Klima-Initiative. Vor wenigen Tagen startete der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B. A. U. M.) seine Online-Plattform „Wirtschaft pro Klima“, auf der Unternehmen ihre Klimaprojekte vorstellen sollen; das Projekt wird aus dem Bundeshaushalt gefördert (Bundesumweltministerium/BMU und Umweltbundesamt/UBA).

Beim Anlegen eines Profils fiel uns auf, dass die Eingabe der Daten unzureichend abgesichert ist: Weder ist die Seite über https erreichbar, noch gibt es einen zum Session-Abschluss erforderlichen Logout — Zugangsdaten dürften sich so relativ leicht abfangen, Profile manipulieren lassen.

Wir haben B. A. U. M. mehrmals auf die Sicherheitslücken aufmerksam gemacht, vom Vorstand erhielten wir keine Antwort. Eine Mitarbeiterin teilte uns schließlich mit: „Wir sind uns bewusst, dass die Seite nicht allen sicherheitsrelevanten Aspekten entspricht.“ Doch sei das alles nicht so schlimm: Die Unternehmen würden auf der Website nur Daten eintragen, „die auch für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Die Angaben sind wenig datenschutzkritisch und keineswegs sicherheitsrelevant und bieten wenig Anreiz für einen Datenmissbrauch (wozu?).“

Passwörter sind nicht sicherheitsrelevant? Manipulierte Unternehmensprofile sind nicht sicherheitsrelevant? Die Risk-Manager, Datenschutzbeauftragten und Justitiare der teilnehmenden Unternehmen dürften da anderer Meinung sein.

Für uns unverständlich: Warum machen BMU/UBA ihre Bewilligungen von Online-Projekten nicht auch von technischen Sicherheitsmaßnahmen abhängig? Just das Umweltbundesamt müsste sensibilisiert sein, es hatte in jüngerer Zeit mehrere schwerwiegende Sicherheitsprobleme in der eigenen Serveradministration — zum handfesten Schaden von Unternehmen.

biodiversität _ motiviert geworben

Zum Ausklang des von den Vereinten Nationen ausgerufenen „Internationalen Jahrs der Wälder“ 2011 hatte sich textkonstrukte an der Motivationskampagne „Jetzt umstellen“ der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) beteiligt: Unternehmen haben sich öffentlich zur (intensiveren) Nutzung von RC-Papieren bekannt, um andere Büros und Betriebe zu motivieren, es ebenso zu halten.

Was verwundert: Selbst in nachhaltig ausgerichteten Unternehmen stehen die Papiere aus wiederverwerteten Fasern nicht immer hoch im Kurs. Laut IPR liegt der Anteil von RC-Papieren an den in Deutschland verbrauchten Büropapieren bei nicht einmal 15 Prozent! Waren wir da nicht schon mal weiter...?

biodiversität _ europäisch vernetzt

Unternehmen sollen die biologische Vielfalt (Biodiversität) in ihrem Umwelt- oder Nachhaltigkeitsmanagement konsequenter berücksichtigen, das ist ein Anliegen der Europäischen Business & Biodiversity Kampagne, koordiniert vom Global Nature Fund (GNF), unterstützt von der Europäischen Union. Zunächst mit einem Profil, später mit eigenen Beispielen beteiligt sich textkonstrukte an diesem Netz. Ein guter Anlass, das Thema im Nachhaltigkeitsmanagement aufzugreifen, ist die „Dekade der Biologischen Vielfalt“ der Vereinten Nationen (2011-2020).

transparenz _ petitionen unterzeichnet

Zur Transparenzpolitik von textkonstrukte gehört es, die Petitionen auszuweisen, die Marc Fritzler mit seinem Namen gezeichnet hat. Im Zeitraum von September 2011 bis März 2012 waren es elf Aufrufe. Unmittelbare Zusammenhänge zum Berufsleben sprechen jene an, die Aspekte der Informations- und Pressefreiheit betreffen; die anderen tangieren eher private Positionen.

  • Petitionen für Nachhaltigkeit
  • Februar 2012: „Schutz der Arbeiter in den chinesischen iPhone-Fabriken“ (Betr. apple/Foxconn), change.org
  • Februar 2012: „Rettet unsere Ozeane“ (Betr. Korallenmeer), avaaz.org
  • März 2012: „Verkaufsstop von Wal- und Delphinfleisch“ (Betr. amazon), change.org
  • März 2012: „ProQuote“ (Betr. Frauenquote/Redaktionen), pro-quote.de
  • Petitionen für Informationsfreiheit
  • Oktober 2011: „Datenschutzfreundliche Voreinstellungen“ (Petition an den Bundestag), Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)
  • Oktober 2011: „Für das Recht, Freie Software zu installieren“ (Betr. Microsoft/Secure Boot), Free Software Foundation (FSF)
  • November 2011: „SOS Ungarn“, Deutscher Journalistenverband (DJV)
  • Februar 2012: „ACTA: Die neue Gefahr fürs Netz“, avaaz.org
  • Petitionen für Europa
  • September 2011: „Richtungswechsel für Europa“, Change for Europe
  • Januar 2012: „Initiative für eine nachhaltige europäische Ratingagentur“ (ENRA), Deutsche Umweltstiftung
  • Februar 2012: „Mehr Demokratie in Europa“ (europäisches Wahlrecht), More Democracy in Europe

Büro.Kontakt
kontaktpixel _ quick-response-code produziert

Quadratisch, praktisch, hilfreich: Die gepixelten „Quick-Response(QR)-Codes“ — sie gehören zur Familie der Barcodes — verbreiten kurze Informationen wie Web-Adressen oder Telefonnummern. Mit einem Smartphone und installiertem Barcode-Scanner fotografiert, landen die Infos im Datenspeicher. textkonstrukte hat einen QR-Code mit dem Link auf die Seite Büro.Kontakt produziert (links) — Kunden haben so ohne Tipperei jederzeit unsere aktuellen Kontaktdaten parat.

Blindes Vertrauen in die Pixelspielerei ist nicht angebracht: Über QR-Codes lassen sich auch Schadprogramme verbreiten; im Zweifelsfall hilft das vorherige Testen im Web, mit unserem Code lässt sich der Test in einem Decoder machen: Auf der Seite des Open Source-Projekts ZXing genügt die Eingabe dieser Bild-Adresse https://textkonstrukte.de/02_icons/logo_website_qrcode.png


Der büro.brief #07 erscheint Anfang April 2012.

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Seiten.Kontexte
Meta.Daten
  • Titel_ büro.brief #06
  • Autor_ Marc Fritzler
  • Version_ 2012-03-13
  • U. R. I. _ textkonstrukte.de/buerobuch/seite_06_06.html
Seiten.Funktionen