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büro für textarchitektur, münchen_ gestartet 2001_ texte für nachhaltige zukünfte

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büro.brief #10

stichworte zur ausgabe_ freelancer-manifest veröffentlicht +++ tweets unter cc-lizenz gestellt +++ arbeitsschutz-kampagne unterstützt +++ website energiesparend eingerichtet +++ barrierefreiheit bewertet.

Text_ Marc Fritzler
Form_

Die büro.briefe berichten über den Stand der Dinge auf dem Weg zum nachhaltigen Büro textkonstrukte (Ziele 2015).

Büro.Profil
freelancer_ manifest veröffentlicht

Erstmals melden sich Freelancer branchen- und länderübergreifend jetzt zu Wort, um auf ihre Belange aufmerksam zu machen. Das im März lancierte „Freelancer Manifest“ stellt anläßlich der EP-Wahlen im Mai fünf knappe Forderungen an die europäische Politik und in einem Punkt auch an Auftraggeber:

  • Erkennt Freelancer an! (Betr. Rechtsakte)
  • Gebt uns Zugang! (Betr. Diskriminierung)
  • Zählt uns! (Betr. Statistiken)
  • Gebt uns eine Stimme! (Betr. Anhörung)
  • Behandelt uns fair! (Betr. Honorare, Verträge)

Initiator der Aktion ist das European Forum of Independent Professionals (EFIP), eine Plattform von Selbständigen-Organisationen; an Bord ist auch der Verband der Gründer und Selbständigen Deutschland (VGSD).

Freelancer können das Manifest im Netz unterzeichnen, die Unterschriften (Ziel: 10.000) sollen an die Kandidaten für das neue Europäische Parlament sowie Mitglieder der Europäischen Kommission übergeben werden.

Marc Fritzler hat das Manifest im März unterzeichnet und es in die Liste seiner Referenzdokumente aufgenommen.

Büro.Arbeiten
tweets_ unter cc-lizenz gestellt

Die von textkonstrukte auf twitter gesendeten eigenen Kurznachrichten stehen ab sofort unter einer „Creative Commons Namensnennung 3.0 Deutschland Lizenz“ („Approved for Free Cultural Works“); davon ausgenommen sind Retweets Dritter sowie Bildmaterial; die Rechte haben die jeweiligen Versender.

Das heißt: Die Tweets dürfen mit Namensnennung in jedem Format oder Medium vervielfältigt, weiterverbreitet und bearbeitet werden. Hintergrund: Nach deutschem Recht ist es umstritten, ob Tweets eine hinreichende Schöpfungshöhe haben, um unter das Urheberrecht zu fallen; ohnehin müssen Nutzer der Twitter, Inc. umfassende Verwertungsrechte einräumen, um den Dienst nutzen zu können. Die CC-Lizenz sollte mögliche Fragen ausräumen.

Urheber- und Nutzungsrechte für Tweets (140 Zeichen) geltend machen zu wollen, wäre genauso widersinnig wie Ansprüche aus dem Leistungsschutzrecht (LSR). Weil Marc Fritzler auf das LSR verzichtet, ist die Übernahme von Website-Textausschnitten (bis 250 Zeichen) unter Quellenangabe ebenso gestattet wie die Verwendung des Logos oder von Startseiten- und Artikel-Vorschau-Bildern.

betriebssystem_ pinguin rechnet

Für die große Schar der verbliebenen Windows XP-Nutzer war der 08. April 2014 ein wichtiger Tag: Microsoft stellt keine XP-Sicherheitsupdates mehr bereit.

Wie wäre es jetzt mit einem Umstieg in die Linux-Welt, die ihre Schrecken längst verloren hat? Die Linux-Distribution Ubuntu bietet sich Umsteigern an. Das Büro textkonstrukte arbeitet seit Ende 2010 mit diesem Betriebssystem.

Fazit nach drei Jahren: Ubuntu hat sich für den Produktiveinsatz bewährt. Bestechend ist die Ein-Klick-Aktualisierung des Systems, wodurch der Zeitaufwand für die Systemadministration im Vergleich zur Windows-Welt drastisch gesunken ist. Davon abgesehen ist Linux das nachhaltigste der drei Betriebssysteme.

Für Umstiegswillige hat der heise-Verlag ein c't-Spezial produziert, dem eine DVD beiliegt. Mit dem darauf befindlichen Live-System lässt sich Ubuntu auf der eigenen Hardware vor einer Installation testen und erkunden.

Interessant: Mehr und mehr Personalmanager schätzen es offenbar, wenn Angestellte über Linux-Kenntnisse verfügen. So berichtet es der neue „Linux Jobs Report“ der Karriere-Website Dice.com und der Linux Foundation.

sicherheit_ tests bestanden

Mit drei schweren Sicherheitsproblemen sind derzeit User, Systemadministratoren und Webmaster konfrontiert: Millionen E-Mail-Adressen sind abgefisht worden, Fritz!Box-Router sind verwundbarer als gedacht und ein Bug in älteren Versionen der Krypto-Bibliothek OpenSSL hebelt verschlüsselte Verbindungen aus.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bietet einen Test an, mit dem User prüfen können, ob ihre Adressen betroffen sind; auch für die beiden anderen Probleme stehen Online-Checktools bereit.

Das Büro hat alle drei Tests durchgeführt und bestanden (der Mail-Test des BSI ist aber wieder einmal etwas fragwürdig).

Büro.Kopf
verein_ digitalcourage beigetreten

Im Februar 2014 ist Marc Fritzler dem Verein digitalcourage beigetreten, der sich für „Bürgerrechte, Datenschutz und eine lebenswerte Welt im digitalen Zeitalter“ einsetzt (1987 gegründet unter dem Namen FoeBuD, 2012 umbenannt). Auch für Nicht-Mitglieder nützlich: Auf seiner Website gibt der Verein Tips zum Schutz der digitalen Privatsphäre (E-Mail, Web).

vorratsdaten_ speicherung verworfen

Die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (VDS) aus dem Jahr 2006 ist nichtig, urteilte der Gerichtshof der Europäischen Union dieser Tage, weil unvereinbar mit der „Charta der Grundrechte der EU“.

Den „endgültigen Verzicht auf diese Form der Massenüberwachung“ hat nach dem Urteil der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung gefordert. 2007 hatte der AK eine Sammel-Massenbeschwerde gegen das deutsche VDS-Gesetz auf die Beine gestellt: Über 34.000 Bürger erteilten dem Rechtsanwalt Meinhard Starostik eine Vollmacht zur Verfassungsbeschwerde, darunter Marc Fritzler.

Das Bundesverfassungsgericht erklärte die deutsche VDS-Variante im März 2010 für nichtig (siehe dazu auch büro.brief #01).

Büro.Ethik
arbeitsschutz_ kampagne unterstützt

Zum vierten Mal (nach 2008, 2010, 2012) unterstützt das Büro textkonstrukte eine Kampagne der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA).

„Gesunde Arbeitsplätze — den Stress managen“ ist der Titel der Anfang April gestarteten Sensibilisierungskampagne 2014-2015 der EU-Agentur. Sie will über arbeitsbedingten Stress informieren und für Präventionsmaßnahmen in den Unternehmen werben. Bedauerlicherweise ist die Agentur hier auf Arbeitnehmer fixiert, nicht auf alle Berufstätigen (Unternehmerinnen, Freelancer etc.).

Das Büro begleitet die Kampagne mit Kurznachrichten zum Thema Stress im Besonderen und Arbeitsschutz im Allgemeinen auf seinem twitter-Kanal.

Zum Thema passend hat die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen jüngst den Check „Mein persönliches Stressprofil“ neu aufgelegt, mit dem Berufstätige ihr Stressmuster ermitteln können.

website_ energiesparend eingerichtet

Seit Mitte März 2014 liefert das Büro dieses büro.buch (Website) komprimiert aus (Verfahren: gzip). Damit reduziert sich das übertragene Datenvolumen um zirka zwei Drittel — das senkt den Energiehunger des Web-Servers beträchtlich.

Die Rechenleistung des Servers für die Komprimierung ist zwar höher, der bedeutend schnellere Datenversand wiegt dies aber um ein Mehrfaches auf. Wie hoch die Energieeinsparung netto ist, lässt sich nicht genau beziffern (geteilter Web-Server, variierender Traffic); eine Halbierung des spezifischen Energiebedarfs dürfte jedoch laut verschiedenen Quellen realistisch sein. [Anm. vom 2014-04-25: Komprimiert werden alle Text-Dateien wie .html, .css, nicht Fotos und PDFs.]

Die Komprimierung ist eine weitere Maßnahme, um die eigene Website so ressourcensparsam wie möglich zu gestalten, dazu gehört auch das CO2-neutrale Webhosting. Kurze Ladezeiten verbessern auch den Suchmaschinen-PageRank.

Ob sich eine Website komprimieren lässt, hängt vom installierten Server ab (Gut: Apache 2.x). Wer textkonstrukte-Seiten testen will, kann das Online-Tool von GIDNetwork nutzen (siehe Hyperlink).

website_ barrierefreiheit bewertet

Zu den Ansprüchen des Büros gehört es, seine Website nachhaltig zu produzieren — das schließt die Barrierefreiheit ein: Auch Sehbehinderte und Blinde sollen die Seiten uneingeschränkt nutzen können (z. B. mit Hilfe von Screenreadern).

Um zu prüfen, ob der Anspruch bereits erfüllt ist, hat das Büro im April 2014 die „BITV-Selbstbewertung“ durchgeführt, ermöglicht durch das Projekt Barrierefrei informieren und kommunizieren (BIK); Grundlage ist die für Websites des Bundes geltende „Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung“ (BITV).

In der Selbstbewertung erreicht die Website textkonstrukte.de 97,5 von 100 möglichen Punkten (siehe PDF), sie ist somit „sehr gut zugänglich“. Ob dieses Ergebnis einer externen (kostenpflichtigen) Prüfung durch BIK standhalten würde, steht auf einem unbekannten Blatt.

Auf dem Programm des Büros steht die Umsetzung der „Richtlinien für barrierefreie Webinhalte“ (WCAG — Web Content Accessibility Guidelines) des World Wide Web Consortiums (W3C) bis Ende 2014; hier gibts noch was zu tun.

webhoster_ domainfactory verkauft

Nachhaltiges Lieferantenmanagement sorgt für Überraschungen, wenn die Eigner eines sorgsam ausgewählten Dienstleisters ihren Laden verkaufen. So ist es jüngst geschehen mit dem Webhoster, der seit 2006 die Website des Büros ausliefert.

Die mittelständische domainfactory GmbH (Ismaning b. München) wurde Ende 2013 von der britischen Host Europe Group gekauft. Von der Übernahme erfuhr das Büro aus der Fachpresse, df informierte seine Kunden nicht direkt.

Der neue Geschäftsführer von domainfactory ließ verlauten, was man(n) eben so sagt nach einer Übernahme: „Für die Kunden ändert sich durch die neuen Eigentümer nichts.“ Die Marke bleibe erhalten, ebenso der Unternehmensstandort in Ismaning und das Rechenzentrum in München.

Host Europe gehört der Private Equity-Gesellschaft Cinven, laut eigenen Angaben ein „verantwortlicher Investor“. Positiv: Im Nachhaltigkeitsmanagement ist Host Europe aktiver als domainfactory.

technikfolgen_ portal gestartet

Nach längerer Vorbereitung ist das Fachportal zur Technikfolgenabschätzung (TA) openTA in einer Beta-Version online gegangen. Für alle an der TA interessierten Institutionen und Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz soll es sich zur zentralen Informations- und Kommunikationsplattform entwickeln.

Das Portal dient auch als neue Online-Präsenz des 2004 gegründeten Netzwerks TA (NTA), dem das Büro textkonstrukte im Mai 2011 beigetreten ist.

Entwickelt wird openTA vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) und Institut für Angewandte Informatik (IAI) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

druckaufträge_ zustände kritisiert

Die Kriterienliste für nachhaltig produzierte Nachhaltigkeitsberichte lässt sich um einen Punkt ergänzen: den des ethisch sauberen Einkaufs von Druckaufträgen.

Eine Stellungnahme vom Fachverband Medienproduktioner (f:mp.) lässt diesbezüglich aufhorchen. Demnach hätten Druckereien damit zu kämpfen, dass in jüngster Zeit „die überlegte und nachhaltige Beschaffungspolitik zunehmend von einem auf Billigpreise reduzierten Einkaufsverhalten abgelöst“ worden sei.

Der f:mp. fordert ein Umdenken: Einkäufer von Printarbeiten sollten die Leistung und die Qualität eines Dienstleisters wertschätzen, sie respektieren und deshalb faire und transparente Verhandlungen führen.

Ein Tip: Bei der Suche nach Öko-Druckereien und Medienhäusern kann die Datenbank „Nachhaltige Medienproduktion“ mit ihren über 800 Einträgen helfen; sie ist ein Angebot von MediaMundo, dem Nachhaltigkeitsprojekt des f:mp.

plastik_ einfach gefastet

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Anfang März zum „Plastikfasten“ aufgerufen. Auch in Büros lässt sich der Verbrauch der Plaste und Elaste leicht reduzieren. Tips aus dem Büro-Alltag:

  • Büroleuchten aus Ganzmetall
  • Bürostuhl aus Holz und Metall (ohne Verbundstoffe)
  • Hefter, Locher und Tischabroller aus Metall
  • Schreibunterlage und Mauspad aus Lefa (Lederreste und Naturlatex)
  • Handy-/Laptop-Taschen und Stifteetui aus Filz
  • Ordner aus Voll-RC-Karton (ohne Plasteüberzug)
  • Sicht- und Prospekthüllen aus Pergamin
  • Bindungen mit Draht und Karton statt Folien
  • Verzicht auf Bodenschutzmatten
  • Verzicht auf Wasser(plastik)flaschen (Leitungswasser)

Die unter dem Hashtag #plastikfasten in Social Media-Kanälen (twitter, Google+ etc.) verbreiteten Ideen und Tips von Onlinern will der BUND für einen Leitfaden auswerten. textkonstrukte hat seine Vorschläge getwittert.

Büro.Kontakt
messenger_ textsecure gewählt

Hohe Wellen hat die angekündigte Übernahme des äußerst populären Smartfon-Messengers WhatsApp durch das Facebook-Imperium ausgelöst: Viele Nutzer haben Alternativen gewählt. Das Büro textkonstrukte hat WhatsApp nie genutzt, sendet Kurznachrichten vielmehr mit dem kostenfreien Messenger TextSecure von Open WhisperSystems: Mit seiner Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet er ein hohes Sicherheitsniveau, Server- wie Client-Software sind außerdem Open Source. TextSecure gibts für Android, eine iOS- und Desktop-Version sind angekündigt.


Der büro.brief #11 erscheint voraussichtlich im Mai 2014.

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Seiten.Kontexte
Meta.Daten
  • Titel_ büro.brief #10
  • Autor_ Marc Fritzler
  • Version_ 2014-04-10
  • U. R. I. _ textkonstrukte.de/buerobuch/seite_06_10.html
Seiten.Funktionen